Katze kratzt an Tapete – was tun?

Katzen und Tapeten haben eine große Gemeinsamkeit: sie beide machen aus einer Wohnung ein Zuhause. Darüber hinaus verbindet sie aber nicht viel. Ganz im Gegenteil – mit der Zeit wünscht sich so mancher Katzenbesitzer, er hätte gar nicht erst so viel Geld in die Tapete investiert, denn sie endet als überteuerter Kratzbaum für die Samtpfote. Bei aller Liebe, aber das will kein Katzenbesitzer!

Warum kratzen Katzen so gerne an Tapeten und gibt es einen Weg, sie davon abzuhalten und trotz Katzen die Wände verschönern zu können?

Das Verhalten der Katze verstehen

Katzen sind eigenwillige Zeitgenossen und tun, was sie wollen. Das ist grundsätzlich nicht das, was der Besitzer gerne möchte – trotzdem lieben wir sie genau so, wie sie sind. Denn so eigensinnig die Samtpfote manchmal sein mag, sie tut ganz bestimmt nichts, um Dich zu ärgern. Vielmehr reagiert sie mit ihrem Verhalten auf einen Einfluss aus der Umgebung oder zeigt damit, dass etwas an ihrer Haltung nicht artgerecht ist.

Ein Kater beispielsweise kann nicht anders, denn wenn er nicht kastriert ist, ist er mehr Tiger als Stubentiger. Er kann in der Wohnung markieren, laut maunzend sein Revier kennzeichnen – und auch an Tapeten kratzen. Möglicherweise fehlt der Katze auch Beschäftigung, sie langweilt sich und versucht damit, sich zu beschäftigen.

Geselligere Katzen, die als Einzelkatze gehalten werden, vermissen vielleicht einen Artgenossen und lassen ihren Frust darüber an der Wand aus. Oder aber sie hat zu wenige Gelegenheiten in der Wohnung, um zu kratzen, und wetzt deswegen an der Wand die Krallen.

Was hilft bei unkastrierten Katern?

Es ist fast zu einfach, um wahr zu sein, aber bei einem unkastrierten Kater kann eine Kastration viele unerwünschte Verhaltensweisen auf einmal beseitigen. Dazu gehören das Markieren des Reviers durch tröpfchenweises Urinieren, lautes Maunzen und natürlich auch das Kratzen an der Tapete.

Bei einem Kater handelt es sich um einen wesentlich kleineren operativen Eingriff als bei einer Katze, sodass auch das Operationsrisiko relativ gering ist. Dafür fühlen sich alle wohler miteinander und deine Tapeten sind in Sicherheit.

Was tun bei gelangweilten Katzen?

Langeweile kommt vor allem bei Wohnungskatzen auf, die allein gehalten werden. Wenn deine Katze früher schon mit anderen Katzen gehalten wurde und das Alleinsein vielleicht nicht gewohnt ist, kannst du es mit einer Zweitkatze versuchen. Die beiden beschäftigen sich dann gegenseitig und deine Tapeten bleiben von ihren Krallen mit etwas Glück verschont. Wenn du keine zweite Katze willst oder sicher bist, dass das nicht das Problem ist, will deine Samtpfote mehr Zeit mit dir verbringen.

Probiere verschiedenes Spielzeug aus, bestenfalls auch Spielzeuge, mit denen sie sich allein beschäftigen kann, wenn du nicht zu Hause bist. Je mehr Unterhaltung sie hat, desto weniger denkt sie noch an die Tapeten und lässt sie in Ruhe.

Jede Katze hat ihre eigene Persönlichkeit, aber ich habe mit einem Futter-Labyrinth oder einer Spielschiene kann sich dein Schmusetiger stundenlang alleine beschäftigen.

Katzen brauchen Kratzgelegenheiten

Katzen müssen ihre Krallen wetzen, und wenn sie dazu keine andere Gelegenheit geboten bekommen, geht es an die Tapete. Wahrscheinlich wetzt sie die Krallen auch an anderen Möbeln wie Tisch- und Stuhlbeinen, wenn sie das nirgends sonst in der Wohnung tun kann.

Eigen, wie Katzen nun einmal sind, wollen sie vielleicht auch nicht überall kratzen, sondern fühlen sich im Wohnzimmer am wohlsten – und dann wieder im Schlafzimmer.

Stell einer Katze deswegen in den Räumen, in denen sie sich häufig aufhält, einen Kratzbaum zur Verfügung. Sie wird nicht vom Schlaf- ins Wohnzimmer laufen, wenn dort der einzige Kratzbaum der Wohnung steht. Stattdessen geht sie wieder an die Tapete. Es sei denn, sie hat ihren Kratzbaum auch im Schlafzimmer.

Du kannst zusätzlich versuchen, neue Kratzbäume mit Katzenminze einzureiben, denn dann riechen sie verführerisch gut für die Samtpfote und sie schlägt sich die Tapeten eher aus ihrem süßen Kopf.

Anti-Kratz-Sprays – wirken sie wirklich?

Eine Katze, die sich einmal daran gewöhnt hat, an den Wänden und Tapeten zu kratzen, ist davon schwer wieder abzubringen. Sie empfindet das als bequeme Lösung und sieht gar nicht ein, wieso sie das ändern sollte. Du musst ihr zunächst einen Anreiz bieten, woanders zu kratzen oder sich anderweitig zu beschäftigen.

Das alleine reicht aber manchmal nicht und braucht außerdem auch viel Geduld. Bis die Katze endgültig keine Lust mehr auf die Tapete hat, kann diese schon fürchterlich aussehen – das wiederum willst du bei aller Geduld nicht.

Sprays mit für die Katze unangenehmen Gerüchen können dich dabei unterstützen, die Tapeten zu schützen. Für dich sind sie wiederum fast nicht oder überhaupt nicht wahrzunehmen und schaden auch den Tapeten nicht. Sinnvoll sind sie aber nur bei der Beseitigung des Grundproblems.

Andernfalls wird sich die Katze auch mit einem wirksamen Anti-Kratz-Spray nicht von den Tapeten fernhalten, sondern den unangenehmen Geruch zähneknirschend hinnehmen, während sie ihre unerfüllten Bedürfnisse an der Tapete auslässt – zumindest nach einer Weile.

Eine weitere Alternative sind Sprays, mit denen du das Kratzen an die von Dir gewünschte Stelle lenken kannst. Probiere einfach eine der Lösungen einmal aus.

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